Samstag, 22. August 2009

Sind wir es wert?

Was bestimmt eigentlich unseren Wert?
Den gesellschaftlichen Wert?
Unseren Selbstwert?

Gibt es eine Kennzahl, eine Definition für den Wert?
Ist denn der Wert eine Zahl?
Wert = 5,6?

Was macht diesen Wert denn aus? Ist es das Aussehen? Die langen blonden Haare, das kecke Lächeln mit den roten vollen Lippen? Die große, wohl geformte Brust? Der Waschbrettbauch? Die starken Oberarme? Das amerikanische Normgebiss? Das Idealgewicht? Sind das Werte?
Wenn das Werte sind, sind dann die subjektiv unattraktiv erscheinenden Mitmenschen (für uns) wertlos?
Oder ist es unsere Leistung in der Gesellschaft? Bringen wir die Gesellschaft voran? Partizipieren wir in der Verbesserung und Entwicklung unseres Zusammenlebens, des Wachstums? Entscheidet der Beitrag den jeder leistet? Wie lässt sich das definieren? Durch wirtschaftliche und soziale Leistung? Durch unsere Leistung in Wissenschaft und Technik? Dadurch, dass wir durch unsere Kinder die Gesellschaft wachsen lassen und versuchen sie durch Erziehung und Bildung positiv beeinflussen? Ihren Geist und ihre Intelligenz formen und ausprägen, sodass wir irgendwann in einer sorgenfreien und perfekten Welt leben? Wenn das Werte sind, sind dann die Menschen, die keinen oder nur einen geringen Anteil an der Leistung und Entwicklung der Gesellschaft haben (für uns) wertlos?
Kann man den Wert durch Menschlichkeit ermitteln? Was wir für unsere Freunde bedeuten, für unsere Familie oder schlicht unsere Mitmenschen? Ist es entscheidend ob wir hilfsbereit und freundlich sind? Kann Warmherzigkeit und Güte gemessen werden? Ist es wichtiger, Leid zu lindern, als einfach kein Leid zu verursachen? Wie liebevoll und mitfühlend müssen wir sein? Kann Liebe den Wert steigern? Ob wir geliebt werden oder lieben? Was ist dann mit den Ledigen ohne Kinder und Leuten mir kleinem, oder gar keinem Freundeskreis? Sind diese Menschen (für uns) wertlos?
Wird der Wert vielleicht einfach durch Besitz festgelegt? Kann Reichtum den Wert steigern? Ist der Millionär mehr wert als der normale Arbeitnehmer? Ist eine Erbschaft entscheidender als Arbeit? Gibt mir der bezahlte Mercedes einen höheren Wert als Ford? Wie können wir denn überhaupt alle zu Reichtum, zu Besitz kommen? Ist der Durchschnittsarbeitnehmer dem Erbschaftsmillionär damit wertmäßig unterlegen? Sind Besitzlose (für uns) wertlos?
Ist Bildung, Intelligenz oder der Beruf für uns wertenscheident? Sind wir in unserem Wert durch Abitur höher als durch einen Hauptschulabschluss? Entscheidet ein Studium, oder eine Lehre? Brauchen wir hohe berufliche Ziele um unseren Wert zu definieren? Ist der unstudierte Abteilungsleiter mit wertvoller als der Auszubildende mit abgeschlossenem Studium? Oder der Professor als Taxifahrer dem erfolgreichen Selbstständigen ohne Schulabschluss wertmäßig überlegen? Sind Bildungsarme oder die beruflich Leidenschaftslosen (für uns) wertlos?
Bestimmt sich der Wert aus unserem Glauben, aus unsere Religion? Weil wir an diesen oder jenen Gott glauben, sind wir wertvoll? Sind die Andersgläubigen damit im Wert gesunken? Kann denn eine offensive Religion oder ein Missionsbefehl so sinnvoll sein, wenn wir uns eigentlich schon als wertvoll wähnen? Ist es nicht eher von menschlichem Wert, wenn wir jedem seine Freiheit im Glauben lassen? Wieso zwingen so viele ihren Glauben anderen auf? Kann es eine einzig wahre Religion geben? Bestimmt unser Glaube an den durch die Gesellschaft propagierten Gott unseren Wert? Sind die Andersgläubigen (für uns) wertlos?

Welchen Wert hat ein dummer, armer, allein lebender, kinderloser, arbeitsloser Atheist ohne Freunde?

Welchen Wert haben wir?
Sind wir es wert?

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