Samstag, 22. August 2009

Und es frisst Dich auf

Wer kennt es nicht? Das Gefühl, dass einen auffrisst. Dieses Beißen und Stechen im Bauch. Die Sehnsucht nach Nähe und Geborgen. Die schwachen Momente, in denen man nicht ein perfektes, schwebendes Wesen von aalglatter Oberflächlichkeit ist. Es tut weh. Als wenn sich die Eingeweide verkrampfen und jemand in den Bauch greift um den Rest zu verdrehen. Die Traurigkeit die sich langsam den Weg ins Gesicht kämpft. Das Zittern, das Heiß und Kalt. Das Atmen, der schwere und doch schnelle Herzschlag. Das Schlucken, das immer schwerer wird. Und dann steigen sie auf, die Tränen. Man versucht sie runter zu drücken. Nur nicht weinen...

Bin ich gerade einsam?
Vermisse ich körperliche Nähe?
Oder Zweisamkeit auf geistiger Ebene?
Muss ich einfach nur mal im Arm gehalten werden?
Fehlt mir das Gefühl der emotionalen Verbundenheit?

War es ein Fehler die letzten anderthalb Jahre Single zu sein? Ist mein „Kuschel-Akku“ leer? Brauche ich Streicheleinheiten? Braucht meine Seele Streicheleinheiten? Sehne ich mich nach Liebe und Geborgenheit?

Wie kann ich jemanden vermissen, mit dem ich „Nichts“ habe? Vermisse ich den Gedanken, die Erwartungen die ich hatte? Ist im Grunde das Empfinden nichts weiter als eine Projektion der Wünsche auf den anderen, Erwartungen an ihn und der Glaube, dass er sie erfüllt? Und das Ende dessen ist die Einsicht, dass diese Erwartungen nicht erfüllt werden können? Ist das Liebeskummer? Ich denke, ich habe mich einfach in etwas verrannt, mich in eine Situation hinein gesteigert. Es kann kein Liebeskummer sein. Wir haben uns nicht oft gesehen, ab und an mal eine Kurzmitteilung verschickt und gechattet. Vermisse ich das? Wie kann mir diese Einbildung einer Pseudo-Bindung nur so fehlen? Oder war es die Hoffnung auf eine ernsthafte Partnerschaft? Ich bin da wohl noch nicht bereit zu. Warte ich eben noch ein Jahr. Ich habe ja viel Zeit.

Jetzt muss ich doch Heulen. Und ich sehe dabei immer so bescheuert aus. Gut, dass mich keiner sieht. Schlecht, dass mich keiner in den Arm nimmt.

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